ToHo-Blog

Friday, May 15, 2015

Das Verlag und das digitale Social und andere Mißverständnisse

OMG! Da schmeißt wieder einer ein paar Dinge durcheinander. Thema: Facebook -- Instant Articles
https://www.xing.com/m/8MxFztj2ZrTueRi17fdWQ

Dass nun Kritiker auf den Plan treten und eine zu große Marktmacht von Facebook befürchten, ist legitim.

Stimmt. Das haben sie auch schon bei Google, nur daß es dort eine gan andere Sache war. Und daß es dem Autor nicht wichtig genug ist, dies zu erwähnen.

Das Ende des Journalismus zu verkünden, ähnelt allerdings einer Realitätsverweigerung.

Richtig, dieses Ende ist längst passiert, nur daß auch dies am Autor vorbeigegangen zu sein scheint.

Allerdings sagt er auch ein paar Dinge, die durchaus bestätigen würde:
Journalisten müssen sich endlich drei Dinge eingestehen
Die Nutzer entscheiden darüber, welche Inhalte relevant und interessant sind

ACK!

Die Nutzer entscheiden darüber, wie und wo sie diese Inhalte abrufen

Genau! Und wenn es bei Google ist oder in Newsfeeds.

Last but not least:
Die Nutzer haben keine Angst vor “Datenkraken” -- wie sonst ist es zu erklären, dass der NSA-Skandal zu keinen Protesten führt, jeder ein allumfassendes Tracking-Device in seiner Hosentasche hat und alle liebend gern ihre intimsten Gedanken auf irgendwelchen Servern für alle Ewigkeiten speichern lassen

Was für ein Unfug! Ja klar haben nicht genug Leute Angst vor dem Angriff auf das Recht auf Privatsphäre sowie des Rechts auf digitale Selbstbestimmung. Ach, JEDER hat ein allumfassendes Tracking-Device in der Hosentasche? Jeder? (Und hat dieses Tracking dann auch ständig aktiviert? Sicher nicht, da hat der Autor wohl zu kur gedacht.) Und JEDER teilt seine Geheimnisse öffentlich (mit der ganzen Welt)? Auch sicher nicht, das ist mir zu realitätsfremd. Wenn es auch sicher bereits in zu hohem Maße geschieht. Aber das ist wieder eine andere Sache.

Überhaupt scheint im Universum des Autoren Google gar keine Rolle zu spielen. Andere Firmen werden namentlich aufgeführt nur Google nicht. Ist schon seltsam. Da besteht doch keine Verbindung zu Facebook? Google hatte die gecrawlten Inhalte solcher Artikel schon durch Textschnipsel auffindbar gemacht und dann zum Herausgeber auf den gesamten Artikel verlinkt. Kostenlos! Und damit Werbung für jeden einzelnen Artikel dieser Verlage gemacht. Das wollten sich die Verlage nicht gefallen lassen und verlangten von Google dafür eine "Entschädigung". Wofür eigentlich? Für die kostenlose Werbung? Google wehrte sich - zurecht - und warf die Textschnipsel raus. Jetzt wird das Gegenteil gehypt: Verlage und andere "dürfen" gegen Bezahlung (also extra Kosten für die Verlage) bei Facebook ganze Artikel einstellen. Toll! as für eine bahnbrechende Erfindung. :-)

Nicht wirklich. Aber das zeigt, welche Blüten das breit vorhandene Nichtverstehen des Digitalen durch Verlage 1.0 noch verbreitet ist.

Nur in einem sind sich viele einig:
Die Zukunft ist Social
.. sagt er, der Herr @martingiesler

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